„Kapellchen Maria am Weg“
Das ehemalige religiöse Kleinbauwerk in der Weggablung von Sayner Straße und Ötzbachweg wurde in den 70er Jahren abgerissen. Es wurde als „Heiligenhäuschen“ bezeichnet, ähnlich den bekannten im Heimbacher Wald. Fachlich sind Heiligenhäuschen Bildstöcke oder Breitpfeiler mit rechteckigem Grundriss und Giebeldach, die meist nur zum Schmücken dienen und nicht betreten werden sollen. Das abgerissene Bauwerk war eine Kapelle, weil man es betreten und sich niederknien konnte.
Der geplante Neubau soll ein kleines, betretbares Kapellchen (2,5 x 2,5 m) sein, das zum Innehalten und Beten einlädt. Da der Begriff „Kapelle“ durch die Dreifaltigkeits-Kapelle in Weis bereits belegt ist, wird es „Kapellchen“ genannt – eine bekannte Bezeichnung, z.B. in der Eifel.
Dieses Projekt wird durch die Bürgergemeinschaft Pro Heimbach-Weis e.V. in Zusammenarbeit mit ihrem Gründungsmitglied und Architekten Günter Heinrich umgesetzt. Der Bürgerverein hat sich an den ausschließlich privat finanzierten Baukosten nicht beteiligt, gewährt gleichwohl eine umfassende administrative Unterstützung. Die grundlegende Struktur des Entwurfs basiert auf zwei stilisierten Händen: eine flach ausgestreckte Hand, die von einer gewölbten Hand umfasst wird. Diese symbolisieren das Angenommensein, Geborgensein und den Schutz der Gottesmutter für den einzelnen Besucher, die ganze Christenheit sowie die gesamte Menschheit.
Das einzige Relikt, das an das alte Häuschen erinnert, ist ein Spruch im Turm der Heimbacher Kirche sowie eine Marmorplatte am Wegkreuz. Der Name „Kapellchen Maria am Weg“ soll die Bedeutung des ursprünglichen Heiligenhäuschens bewahren.
Der Abriss in den 70er Jahren ist nicht genau dokumentiert, vermutlich erfolgte er im Zuge von Straßen- oder Fabrikerweiterungen. Glücklicherweise wurde das Heiligenhäuschen in den Heimbacher Wald transloziert. Für viele Dorfbewohner, besonders Hüttenarbeiter, hatte es eine große Bedeutung, da es nachts leuchtete und Schutz bot.
Das neue Kapellchen soll ein „Versöhnungszeichen“ für den Verlust des ursprünglichen Kulturguts sein.
Engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmer haben den Stifter beim Bau des Kapellchens finanziell und materiell unterstützt und einen Teil der Baukosten getragen.
Bürgergemeinschaft Pro Heimbach-Weis e.V. im Jahre 2025