Krupps Heiligenhäuschen

Juni 2015 - Das Krupps Heiligenhäuschen im Heimbach-Weiser Wald erstrahlt in neuem Glanz.

Das Limes-Team der Bürgergemeinschaft Pro Heimbach-Weis hat kürzlich das Heiligenhäuschen ausgiebig restauriert.

Presse

RZ-2015-07-16.jpgRhein-Zeitung (16.7.2015)
Klee-2015-07-1.jpgKleeblatt (1.7.2015)

Sept. 2014 - Die Bürgergemeinschaft Pro Heimbach-Weis e.V. will auch das Krupps Heiligenhäuschen pflegen. Das Limes-Team hat schon das Umfeld gesäubert und den von Leo Evers vorbereiteten Text angebracht.

Noch vor dem Winter 2014/15 soll nach Rücksprache mit Förster Ralf Winnen auch hier das gestohlene Kupferdach durch ein Schieferdach ersetzt werden. Danach wird das Häuschen gestrichen.

Dokumente

Sage_Krupps-HH.pdfKrupps Heiligenhäuschen (Legende)

Die Sage vom Krupps Heiligenhäuschen

Der alte Krupp, der die Schafe der Heimbach-Weiser seit vielen Jahren betreute, hat es dort errichtet.

Wieder einmal war er mit seiner Schafherde die Hänge hinauf in den Wald gezogen. Die Sonne brannte vom Himmel, sodass auch hier im Walde die erquickende Kühle fast verschwunden war. Die Mücken summten und brummten und stachen wie noch nie. Die Schafe waren so unruhig, und die Lotte, sein treuer Hund, hatte viel Arbeit. Weit hing ihm die rote Zunge aus dem Halse. Hechelnd und durstgeplagt umjagte er die Herde.

Der wetterkundige Schäfer hatte schon mehrmals gen Himmel geschaut und gemurmelt: „Heut gebt et en Weder!“ Der Himmel hatte sich in Richtung des Saynbachs immer mehr mit gelblich glänzenden Wolken bedeckt. Hier und da wurde schon ein Grollen hörbar. „Mir krein schroh Weder, mer gin en de dichte Wald“, sagte der Schäfer zu seinem Hunde. Dessen klug blickende Augen zeigten, dass er verstanden hatte. Schnell trieb er die Herde zusammen, weiter in den Wald. Das Gewitter kam näher und näher. Sturmstöße ließen die Baumkronen erzittern. Ängstliche Vogelschreie, das unruhige Trampeln der Herde, hier und da das ängstliche Winseln des Hundes zeigten den kommenden Aufruhr der Elemente an. Der alte Schäfer schaute sorgenvoll zum Himmel. Da klatschten die ersten schweren Tropfen durch das Blätterdach. Ein gewaltiger Windstoß! Äste sausten krachend zu Boden. Ein gelber Blitzstrahl zuckte, und ein gewaltiger Donnerschlag folgte und ein Regen, wie ihn der alte Hirte in den 60 Jahren seines Daseins noch nicht erlebt hatte. Dicht gedrängt umstanden ihn die Tiere. Die Köpfe gebeugt, ließen sie den furchtbaren Sturm über sich ergehen, den Regen auf ihre Rücken prasseln. Ängstlich suchte Lotte bei ihrem Herrn Schutz, der sich mit der einen Hand an einem Bäumchen hielt, mit der anderen auf seinen Hirtenstab stützte, indessen das Wasser in Strömen an ihm hernieder rann. Immer fürchterlicher wurde das Wetter. Von der einen Seite rauschten Wassermassen heran und umspülten Mensch und Tiere. Hilflos musste der Schäfer zusehen, wie das Wasser höher stieg. Den jungen Tieren ging es schon bis an den Leib, dabei nahm die Gewalt des Unwetters zu. Währte es noch einige Zeit, so waren sie verloren. Dem Schäfer wurde es unheimlich. Leise beteten seine bebenden Lippen, und im Herzen gelobte er:

„Wenn ich gerettet werde mit meiner Herde, will ich dir, Himmelskönigin, ein Heiligenhäuschen hier erbauen. Hilf! Mutter Gottes hilf!“

Da, sollte er sich täuschen, oder war es Wirklichkeit? Der furchtbare Wolkenbruch ließ nach. Langsam verebbte der Sturm. Dumpf grollend zog das Unwetter ab. Leise Dankgebete sprechend patschte der Schäfer durch das Wasser und führte seine Tiere auf eine kleine Erhebung. Jetzt erst kam ihm die Größe der Gefahr, in der er geschwebt, zum Bewusstsein, und jubelnden Herzens dankte er der Mutter Gottes für seine wunderbare Rettung. Nach glücklicher Heimkehr löste er sein Versprechen ein und baute im Walde das nach ihm benannte „Krupps Heiligenhäuschen“.

Inschrift der Steinplatte, die im Giebel des Krupps Heiligenhäuschen eingelassen ist:

DISES
HEILIG HAVSGEN
HAT JACOp.VR KRUPP VND

MARIA GEBORNE HERSCH
BACH SO EIN EHLIGE HAVS

FRAV ZV EHR GOTES LASD
AVFRICHTEN IM IAR 1785

DER HIR VERBEI GEHET
GEDENCK AN DAS LEZZT

GERICHT SO WIRT ER
SEIN EWIG IN CH
VND GE
DENCK AN DIE ARME SELINGEN

Dieses Heiligenhäuschen hat Jacop Krupp und Maria, geborene Herschbach, eine eheliche Hausfrau, zur Ehre Gottes errichten lassen im Jahre 1785.
Der hier vorbeigeht, denke an das letzte Gericht, so wird er ewig in Christus sein und denke an die armen Seelen.