Historische Raritäten für das Bimsmuseum (Jan. 2015)

Angeregt durch den Besuch mit der Kolpingsfamilie Heimbach-Weis im Bimsmuseum in Kaltenengers konnten dem Leiter des Museums Herrn Dr. Heinz Geenen zwei Raritäten aus Heimbach überreicht werden.

Dokumentation

Sandstein-Bimsmuseum-2015-01-29.pdfBesuch im Bimsmuseum Kaltenengers
P1010988.jpgSchwemmstein-Schubkarre von damals

Presse

Blick-2015-02-12.jpgBlick aktuell (12.2.2015)
Kleebl-2015-02-4.jpgKleeblatt (4.2.2015)
RZ-2015-02.jpgRhein-Zeitung

Der Bims und die Bimsbaustoffindustrie in Heimbach-Weis

Ein Bericht unseres Vereinsmitgliedes Dr. Reinhard Lahr (Mai 2004)

Als „Bims“ bezeichnet man sehr porenreiches vulkanisches Locker­material von geringem Raumgewicht. Die hiesigen Vorkommen wurden vor etwa 11.000 Jahren aus dem Laacher-See-Vulkan gespien. Während die Korngrößen des Bimses im Mendig-Andernacher Raum nicht gleich eine Weiterverarbeitung zulassen, er dort also zunächst gebrochen werden muss, sind die rechtsrheinischen Bimsvorkommen kleinkörniger und feiner, im allgemeinen also direkt verwertbar.

Begünstigt durch beste Bimsvorkommen waren in den Gemarkungen von Heimbach und Weis zahlreiche Betriebe angesiedelt, die den wert­vollen Roh­stoff abbauten und aus ihm Baustoffe (vornehmlich Steine und Platten) her­stellten.

Nachdem bereits seit dem 18. Jahrhundert der sog. „Engerser Sandstein“ (Britzstein) großflächig in Gruben von Tagelöhnern per Beil aus der festen, un­mittelbar unter dem Mutterboden gelegenen Britzschicht gehauen wurde, er­fand der Koblenzer Bauinspektor Ferdinand Nebel 1845 eine Rezeptur, aus Kalkmilch und Bimskieseln den sog. „Schwemmstein“ zu formen, der nach Trocknung als Mauerstein verbaut werden konnte. Seitdem – vornehmlich aber in der Zeit von 1880 bis 1950 – boomte die Bimsindustrie, schossen zahlreiche Fabriken bzw. Produktionsstätten wie Pilze aus dem Boden. Viele Bauern­söhne beuteten ihre Felder und Wiesen selbst aus und konnten – begünstigt durch Brunnen und ein breitgefächertes Netz von Wasser­leitungen – häufig unweit der „Bimswand“ die „Speis“ mischen, sie mit der „Plötsch“ in Formen „klopfen“ und auf langen Stellagen, sog. „Arken“, zum Trocknen aufreihen. Damals war der sog. „Vierzöller“ im Format 25x12x9,5 cm der gängige Bau­stein, der ab etwa 1900 durch die Beimischung von Portlandzement fester wurde und schneller abband. Bereits 1860 wurden Kaminsteine (Rohrsteine) gefertigt, schon vor 1900 Bimsdielen, die man ab 1911 auch armiert anbot. In den 20er und 30er Jahren erweiterte man die Produktpalette, kamen Hohl­block- und T-Steine diverser Abmessungen hinzu. Zeitgleich setzte eine rege Mechanisierung ein, beschleunigten neben vollautomatischen Misch- und Steinformmaschinen z.B. auch die nebenstehende „Stein- oder Handschlag­maschine“ die Produktion. Sie lieferte – je nach Größe – vier bis zwölf Steine auf einem gemeinsamen Unterschlagbrett.

Große Firmen – wie die Heimbachwerke, Dahm, Remy & Raab – bauten den Bims seit dieser Zeit großflächig ab, so dass neben der gängigen Handausbeute per „Schöpp“ und Lore auch Schaufelbagger und Feldbahnen zum Einsatz kamen.

Nach 1960 ging die Produktion stetig zurück. Damals waren in Heim­bach noch 33, in Weis 30, zusammen also 63 Betriebe vorhanden.

Heute werden hier keine Steine mehr hergestellt. Die einzigen, in den Gemar­kungen noch ausbeutenden und weiterverarbeitenden Firmen sind Kann in Bendorf, die AG für Steinindustrie in Neuwied und Zieglowski in Kruft.